2019 geht langsam zu Ende. Was für ein ein aufregendes, ereignisreiches und bewegendes Gründungsjahr für #ParentsForFuture! Anfang 2019 entstand unsere Berliner Ortsgruppe auf Initiative einer Hand voll Eltern, die ihre engagierten Kinder auf die Freitagsdemos begleiteten und selbst stärker aktiv werden wollten. Seitdem ist unsere Gruppe gewachsen und hat sich immer wieder verändert. Es sind längst nicht nur Eltern, sondern auch Singles und Großeltern, die sich engagieren. Die gemachten Erfahrungen sind dabei ganz unterschiedlich. An dieser Stelle tragen wir einige Berichte von engagierten Parents und dem, was sie in 2019 Aufregendes, Berührendes, Überraschendes und Schönes erlebt haben zusammen. Viel Spaß beim Lesen!

#KlimaHighlight2019 von Claudia, Gründungsmitglied von Parents for Future

Ich bin Claudia. Am 25.01. war ich zusammen mit meinem Sohn auf meiner ersten großen KlimaDemo, die für mich persönlich die bewegendste Demo von allen gewesen ist. 10.000 Menschen standen bei klirrender Kälte vor dem Kanzleramt, bewegende Reden wurden gehalten, es wurde gehüpft und gesungen, Bully Herbig fand genau die richtigen Worte und Luisa war aufgrund der Menschenmassen vollkommen überwältigt.
Die geballte Kraft und der unbedingte Wille, etwas zu ändern, war überall zu spüren.
Ein Gefühl, was sich bei mir ganz tief im Innern festgesetzt hat und mir die Kraft gab, kurz darauf mit ein paar tollen Menschen zusammen die Parents for Future Germany zu gründen und in Berlin die Parents zu vernetzen. Rückblickend war es für mich ein Jahr voller Highlights.
Niemals zuvor habe ich in einem einzigen Jahr so viele tolle und engagierte Menschen kennengelernt. Uns schweißt nicht nur der Klimaschutz zusammen, es sind auch tiefe Freundschaften entstanden.
Unvergesslich bleiben für mich die Petition von Sabine, die XR Blockade, nächtliche Plakataktionen, 12/06/2020Olympia und vieles vieles mehr …
Zu guter Letzt: ein großer Dank an meine Familie, die mich das ganze Jahr über unterstützt hat und  auch zurückstecken musste. Mein Mann, unsere drei Kinder und meine Eltern, die tatkräftig bei den Demos mitlaufen, Kleister kochen, plakatieren und meine Whatsapp Nachrichten broadcasten.
Lieben Dank dafür!

#KlimaHighlight2019 von Jakob, 52 Jahre, engagiert seit März 2019

Die Parents Gruppe in Berlin war gerade wenige Monate alt und ich fragte mich selbst und andere Eltern bei jedem Treffen: Warum sind wir hier und was können wir für unsere Kinder tun? Da ich Filmemacher bin und gerne dokumentarisch arbeite, kam mir die Idee, der Gruppe ein filmisches Gesicht zu geben. Wir Eltern filmen ja ständig begeistert unsere Kinder. Während ich das Video gemacht habe, hatte ich immer den Gedanken im Kopf, dass sich hier Eltern für ihre Kinder filmen. Was einmal im Internet ist, bleibt dort ja für immer. Und so können unsere erwachsenen Kinder eines Tages sehen und hören, dass wir uns im Jahr 2019 für ihre Zukunft stark gemacht haben. Wie eine Botschaft aus der Vergangenheit.

https://www.youtube.com/watch?v=GQhdS5aHj_g&feature=youtu.be


#KlimaHighlight2019 von Sabine, 35 Jahre, engagiert seit März 2019

Mein #Klimahighlight2019 war die Petition zum Klimaschutzgesetz, die wir im Frühjahr zusammen mit den Scientists for Future durchgeführt haben. Es war ein großartiges Gefühl, die 50.000 UnterzeichnerInnen Marke zu knacken. Der extreme Aufwand von vielen hundert Parents in ganz Deutschland und darüber hinaus hatte sich gelohnt. Was für ein Glück! Wir haben auf demokratischem Weg klar gemacht: wir brauchen wirksamen Klimaschutz, jetzt!
In der Week 4 Climate fand unsere Anhörung statt, in der ich unser Anliegen zusammen mit dem großartigen Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf im Petitionsausschuss des Bundestages vortragen konnte. Das war aufregend und auch erschütternd – denn ein Teil der Abgeordneten hat sich absolut respektlos verhalten und es wurde klar: die Ernsthaftigkeit der Klimakrise ist bei ihnen nicht angekommen. Aktuell warten wir noch auf die offizielle Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses an die Bundesregierung. Demokratische Prozesse sind manchmal langwierig. Trotzdem bin ich dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und weiß jetzt, was für eine gewaltige Power hinter der Klimabewegung steckt.

#KlimaHighlight2019 von Irene

Picknick4future! Am 17. Mai luden die parentsforfuture Berlin zu einem Picknick in den Invalidenpark ein. Ziel war, die parents besser kennenzulernen und sich in netter Atmosphäre auszutauschen. Dazu gab es auch noch Kurzvorträge mit spannenden Themen und tollen Wissenschaftlern.  Plakate und Transparente wurden bemalt und dank privater Spenden und food sharing gab es ein reichhaltiges Buffet. Auch das Wetter spielte mit – die Stimmung war toll und so macht kreativer Protest noch mehr Spaß!

#KlimaHighlight 2019 von Carl, engagiert bei Parents for Future seit Juni 2019

…unterstützte zusammen mit Volker, Corinna und Wolfgang den Fridays for Future Sommerkongress in Dortmund in der Küche. Diese Erfahrung hat ihn zu folgenden Zeilen inspiriert:
Nie wieder Langeweile
Nie wieder stumpfe Herzen
Nie wieder matte Augen
Nie wieder betretenes Schweigen

Strahlende Ruhe
Stille Freude
Neugierde auf den Anderen gegenüber
Zärtlichkeit
Dankbarkeit
Tief empfundene, sinnerfüllte Freiheit
Und einen bunten Strauß ozeanischer Gefühle

#KlimaHighlight2019 von Katrin

Ich bin Katrin. Bei den Parents for Future engagiere ich mich, weil ich mir für meine fast einjährige Tochter eine lebenswerte Zukunft wünsche. Ich habe bisher in Frieden und ohne jeglichen Mangel gelebt. Das wäre aber in einer Welt, die sich um mehr als 1,5 Grad erwärmt, längst nicht mehr selbstverständlich.
Ich wünsche mir, dass sich viel mehr Erwachsene jeden Alters engagieren. Viele von ihnen sind selten in den Sozialen Medien unterwegs. Daher haben Wolfgang und ich einen Newsletter gestartet, der die wichtigsten Neuigkeiten aus unserer Ortsgruppe zusammenfasst und #MeinKlimaHighlight2019 ist. Wir erzählen auch viele persönliche Geschichten. Meine Lieblingsrubrik ist die Interview-Reihe, in der Wolfgang jedes Mal einen tollen Menschen zu Wort kommen lässt.
Schaut mal rein. Zur Newsletteranmeldung geht es hier entlang https://bit.ly/2sptSOD

#KlimaHighlight2019 von Jörg

Ich bin Jörg und kam im späten Frühjahr zu den Parents. Ich bin bildender Künstler, hab 3 Kinder und arbeite mit geflüchteten Jugendlichen, als Erzieher. Mein #KlimaHighlight2019: In Vorbereitung auf den globalen Klimastreik am 20.09. malte ich ein 12 Meter langes Banner für die große Brandmauer meines Wohnhauses. Weil es so riesig war, musste ich es auf einer Wiese in Brandenburg malen. Als es fertig war, bin ich aufs Dach geklettert und hab es wegen dem Wind sehr kompliziert befestigt. Sah super aus! Hing aber leider nur drei Tage, dann hatte es jemand runtergerissen und zerstört. Am Anfang war ich ganz schön geknickt. Dann hatte ich eine Idee. Ich habe meinen Beamer aus dem Atelier geholt und vom Dachboden des gegenüberliegenden Hauses ein Video auf die Mauer projiziert. Denn Licht lässt sich nicht abreißen!
Es ist wichtig, dass wir uns in unserem Kampf fürs Klima nicht entmutigen lassen. Wir können scheitern, aber wir werden alles tun, damit dies nicht passiert. Die Welt ist zu schön um sie für Profitgier ruinieren zu lassen.

#KlimaHighlight2019 von Andreas, engagiert bei Parents for Future seit März 2019

Mein #KlimaHighlight2019 war ganz klar der 20.09. und unsere 72h fürs Klima Aktion, die mir im Vorfeld schlaflose Nächte bereitet hat. Geplant war, dass 72 Menschen, 72h am Stück mit meinem Schild vorm Verkehrsministerium stehen, Tag und Nacht bei Wind und Wetter. Bevor es losging, war ich total aufgeregt. Werden alle Menschen, die sich über unser Buchungstool angemeldet haben, auch wirklich erscheinen? Wird alles reibungslos verlaufen? Das Ende vom Lied: auf die AktivistInnen war 100% Verlass. Ich wurde nicht einmal versetzt. Von vielen SchildträgerInnen erhielt ich Nachrichten, in denen sie sich bedankten, von lustigen Begegnungen berichteten und zumeist positivem Feedback durch PassantInnen. Die Aktion hat gezeigt, dass es den Leuten gut tut, für das Klima einzustehen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

#KlimaHighlight2019 von Gerd: Familienfreundlicher Block zum Global Strike am 20.09.19

„Wir wollen so viele Menschen wie möglich begeistern, an der Demo teilzunehmen und ihre Forderungen an die Politik zu äußern!“ – Mit diesem Anliegen kam die Idee, für Grundschulklassen, Kindergarten-Gruppen und junge Eltern mit ihren Kindern einen etwas geschützten Raum bei der Demo anzubieten. Niemand sollte Bedenken haben. Im Gegenteil: trotz des ernsten Themas sollten alle bei der Demo guter Dinge sein können. Nur so hat man die Kraft für große Veränderungen.
Also nicht lange gezögert, sondern an die Tat: mit der Demo-Leitung im Vorfeld alles abstimmen, Organisationskonzept erstellen, Banner malen, Zielgruppen ansprechen, Interneteintrag erstellen, Ordner gewinnen, …
Mit dem positiven Feedback aus ersten Ansprachen kündigte sich an: die Idee könnte echt funktionieren. Viele potenzielle Teilnehmer hatten sich explizit erkundigt, wo der Block sein wird. Mit so viel Rückenwind haben die Vorbereitungen dann noch mehr Spaß gemacht.
Trotzdem war bei vielen mithelfenden Parents und insbesondere bei Luzie und mir schon etwas Spannung in der Luft am 20.09., wie alles laufen wird und ob der Familien-Block steht.
Anfangs war es auch noch ruhig. Da konnte man unser Frontbanner noch von weitem lesen. (Bild 1 mit dem Banner am Bauzaun ohne Leute). Doch dann füllte sich der Platz vor dem Brandenburger Tor zusehends. Viele Eltern und Kinder hatten direkt den Block aufgesucht (Bild 2 mit den sich sammelnden Leuten am Banner).
Und dann wurde es bald wirklich eng. Bei der gigantischen Teilnehmerzahl von 270.000 war nicht mehr daran zu denken, einen separaten Bereich aufrechtzuerhalten. Aber allein der hohe Anteil von Kindern und sehr aufmerksamen und rücksichtsvollen Eltern und Betreuer*Innen hat dann für die geplante „geschützte Zone“ gesorgt. Insofern ein voller Erfolg!
Und beim Umzug waren wir auch noch super-präsent (Bild von unserem Frontbanner).
Es war toll, dabei gewesen zu sein. Ein Block. Unter vielen anderen. Ein Teil der Bewegung.
Die kraftvollste und friedlichste Demo, an der ich bisher teilgenommen habe.

#KlimaHighlight2019 von Cornelia, 50 Jahre, engagiert bei Parents for Future seit Februar 2019

Durch meinen Mann, der Wissenschaftler ist und seit Jahren vor der Klimakrise warnt, ist die Klimakrise in unserer Familie schon lange präsent. Bis zu dem Zeitpunkt an dem die Jugendlichen aktiv wurden, beschränkte sich mein Tun aber hauptsächlich auf den Alltag, wo wir schon vieles in Richtung Klimaschutz verändert hatten. Mit den #FridaysForFuture kam bei mir sofort der Wunsch auf, mich noch mehr aktiv einzubringen. Seit Februar bin ich jeden Freitag mit der S-Bahn zur Demo in den Invalidenpark gefahren. Und seither ist wahnsinnig viel passiert. Mit anderen Engagierten habe ich eine Bezirksgruppe in Köpenick gegründet, viele Feste und Veranstaltungen mit organisiert und für die großen Klimastreiks mobilisiert. Ein besonderer Moment war für mich, als ich am 22. November meine erste Rede vor größerem Publikum am Invalidenpark hielt. Es hat mich ein bisschen Überwindung gekostet, war dann aber ein großartiges Erlebnis. Jede Person hat die Möglichkeit auf den Demos zu reden und sich bei den #ParentsForFuture mit der Zeit und den Fähigkeiten einzubringen, die man mitbringt. Rückblickend war es eines der tollsten Jahre in meinem Leben, denn ich habe so viele super nette und engagierte Menschen kennengelernt, die mein Leben jetzt bereichern.

#KlimaHighlight2019 von Anette, engagiert bei Parents for Future Berlin seit Mai 2019:

Ein sehr emotionaler Moment war für mich der Jahrestag des Klimastreiks am 13.12.2019. Ich war an diesem bedeutsamen Tag, an dem die UN-Klimakonferenz in Madrid scheiterte, als Ordnerin bei der Demo in Berlin dabei. Ich hatte so eine Wut! Und damit war ich nicht allein. Wut, Trauer und Frust waren im Invalidenpark förmlich spürbar. Unglaubliche 52 Wochen Streik lagen hinter uns. Die Erde brennt, die CO2-Emissionen steigen, die Wissenschaft veröffentlicht eine Hiobsbotschaft nach der anderen und die EntscheidungsträgerInnen lassen in Madrid eine weitere Chance ungenutzt verstreichen. Im Invalidenpark und bei der anschließenden Demo zum Bundestag spüre ich aber auch wieder diese Entschlossenheit, diese enorme Kraft und Geradlinigkeit von Fridays for Future, die mich von Anfang an so begeistert hat. Welch Wechselbad der Gefühle! Ich laufe am Frontbanner und der Demozug bahnt sich seinen Weg Richtung Reichstag. In diesem Moment wird mir endgültig klar, niemand kann diese Klimabewegung mehr aufhalten – wir werden mehr, wir werden alle gemeinsam weitermachen und über uns hinaus wachsen. Wir kämpfen für eine nachhaltige Zukunft im Einklang mit Mutter Erde. Wir haben nur die Eine!