Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Heute ist der 22.03.2019 und auch an diesem Tag werden bundesweit wieder viele Schüler/innen und Student/innen Schule und Uni bestreiken, um ihre Erwartungen an Politik und Wirtschaft deutlich zu machen. Allein in Deutschland waren letzten Freitag über 300.000 jungen Menschen auf der Straße. Weltweit waren es über 1,5 Millionen.
#FridaysForFuture macht durch Demonstrationen, Aktionen und Kundgebungen auf die menschengemachte Klimakrise aufmerksam und fordert Sie, die Politik und die Wirtschaft zum Handeln auf. Diese jungen Menschen sind engagiert, interessiert und sehr gut informiert. Sie lassen sich durch verzögernde Handlungen wie die Bekanntgabe einer Klimakommission keinen Sand in die Augen streuen. Wie die Veröffentlichungen und Informationen der #ScientistsForFuture klar herausstellen, sind alle notwendigen Fakten lange und in ausreichendem Umfang bekannt. Gerade Sie als Physikerin mit Doktortitel sollten in der Lage sein, die Dringlichkeit der Lage, die Irreversibilität im Falle des Passierens von Kipppunkten zu verstehen und ihre Prioritäten entsprechend zu setzen. Schnelles Handeln ist jetzt geboten. Weiteres „Aussitzen“ durch weitere Arbeitskreise und Kommissionen, die das schon längst Bekannte weiter zerreden anstatt zu handeln, zeigen einzig und allein das Politikversagen ihrer Regierung.
Greta Thunberg begeht heute die 31. Woche ihres Schulstreiks für die Einhaltung der Klimaziele von Paris. Sie sollten sich an ihrem Einsatz, ihren klaren Worte und ihrer Hartnäckigkeit ein Beispiel nehmen. Um Ihnen Frau Bundeskanzlerin zu zeigen, dass die jungen Menschen das nicht allein von Ihnen erwarten, werde ich heute zum 4. Mal zum Invalidenpark in Berlin fahren und gemeinsam mit vielen Eltern der #ParentsForFuture die Jugend bei ihrem Protest unterstützen.
Die Worte der Wissenschaftler von #ScientistsForFuture in der Bundespressekonferenz der letzten Woche und auf den Demonstrationen am 15.03.2019 geben Ihnen als Bundeskanzlerin alle Argumente in die Hand, die Sie benötigen, um mutig und entschlossen für Maßnahmen einzutreten, die die Einhaltung der Klimaschutzziele von Paris doch noch ermöglichen. Werden Sie aktiv, zeigen Sie, dass Sie nicht nur für „Warme Worte“ sondern für Handeln und engagierte nachhaltige Politik stehen. Stellen Sie sich entschlossen gegen die Lobby-Einflüsse der Wirtschaft und widerstehen Sie dem unbedingten Predigen von der Notwendigkeit des Wachstums der Wirtschaft. Hören Sie sich dazu bitte noch einmal aufmerksam die Worte von Prof. Dr. Maja Göpel und Prof. Volker Quaschning an.
Seien Sie mutig! Üben Sie entschlossen ihre Richtlinienkompetenz aus! Handeln Sie schnell für die Zukunft unserer Kinder!
verschickt am 15.03.2019 an das Bundeskanzleramt, Frau Dr. Angela Merkel, Willy-Brandt-Str. 1, 10557 Berlin
Brief an die Bundeskanzlerin – #3
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
heute ist der 15.03.2019 und ich sehe diesem Tag mit hohen Erwartungen entgegen. Durch das Engagement vieler junger Menschen wie Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Jakob Blasel an der Spitze der Bewegung #fridaysforfuture werden heute weltweit junge Menschen, ihre Eltern, Wissenschaftler und engagierte Erwachsene durch große Demonstrationen, Aktionen und Kundgebungen auf die menschengemachte Klimakrise aufmerksam machen und Sie, die Politik und die Wirtschaft zum Handeln auffordern.
Greta Thunberg begeht heute die 30. Woche ihres Schulstreiks für die Einhaltung der Klimaziele von Paris. Ihr Einsatz, ihre klaren Worte und ihre Hartnäckigkeit haben mich als Mitfünfzigerin aufgerüttelt und mir den Glauben wiedergegeben, dass das Kippen des Klimas zuungunsten der Menschheit doch noch abgewendet werden kann. Deshalb werde ich heute zum 3. Mal zum Invalidenpark in Berlin fahren und gemeinsam mit vielen Eltern der „Parents For Future“ die Jugend bei ihrem Protest unterstützen.
Letzten Freitag begegnete mir am Invalidenpark ein älterer Herr mit dem Schild „Scientists for Future“ auf seinem Mantel. Ich sprach ihn an und er erzählte mir, dass er Meteorologe sei. Er hatte jahrelang am GeoForschungsZentrum in Potsdam gearbeitet und sagte mir: „Die Kinder haben recht.“ Er meinte, dass u.a. durch die Untersuchung von Bohrkernen, mit denen das Klima der letzten 150000 Jahre nachvollzogen werden konnte, und Messungen der Anziehungskräfte an den Polen der Erde der negative Einfluss menschlicher Emissionen, das Abschmelzen der Polkappen und das Näherkommen von unumkehrbaren Kippunkten nachweisbar wären. All das lässt mich noch mehr um die Zukunft meiner Kinder und der danach folgenden Generationen fürchten. Es muss schnell etwas geschehen!
Die Worte der Wissenschaftler von „Scientists For Future“ in der Bundespressekonferenz am Dienstag geben Ihnen als Bundeskanzlerin alle Argumente in die Hand, die Sie benötigen, um mutig und entschlossen für Maßnahmen einzutreten, die die Einhaltung der Klimaschutzziele von Paris doch noch ermöglichen. Werden Sie aktiv, zeigen Sie, dass Sie nicht nur für „Warme Worte“ sondern für Handeln und engagierte nachhaltige Politik stehen. Stellen Sie sich entschlossen gegen die Lobby- Einflüsse der Wirtschaft und widerstehen Sie dem unbedingten Predigen von der Notwendigkeit des Wachstums der Wirtschaft. Hören Sie sich dazu bitte noch einmal aufmerksam die Worte von Prof. Dr. Maja Göpel an.
Seien Sie mutig! Üben Sie entschlossen ihre Richtlinienkompetenz aus! Handeln Sie schnell für die Zukunft unserer Kinder!
verschickt am 15.03.2019 an das Bundeskanzleramt, Frau Dr. Angela Merkel, Willy-Brandt-Str. 1, 10557 Berlin
