Einige Parents for Future haben am 16.10. an einem Klimadialog im Bundestag teilgenommen. Marco Bülow (parteilos und ehemaliges SPD-Mitglied) hatte unter dem Motto „re:claim the house“ die MdBs aller Parteien und eine Vielzahl von Klimaschutzbewegungen und Umweltverbänden in den Bundestag eingeladen. Claudia hat die Veranstaltung für uns zusammengefasst. Danke dafür!

«Nach zwei beeindruckenden Vorträgen von Volker Quaschning und Gregor Hagedorn, die in ihrer Deutlichkeit allen Zuhörer*innen das gesamte Ausmaß der Klimakrise nahe brachten, überzeugten die einzelnen „for Future“-Bewegungen, Extinction Rebellion, Ende Gelände und einige Umweltschutzverbände mit eindringlichen, klaren und auch bewegenden Redebeiträgen.

Die Linken, vertreten durch Lorenz Gösta Beutin und Sabine Leidig, standen hinter den Forderungen der Verbände und Bewegungen und machten glaubhaft deutlich, dass sie in aller Konsequenz den Klimaschutz in allen Bereichen und die Forderungen aller Bewegungen unterstützen. Auch Lisa Badum von den Grünen ließ keinen Zweifel daran, dass ein strikter Wandel dringend notwendig ist. Zudem forderte sie einen engeren Austausch zwischen der Bevölkerung und der Bundesregierung, um weitere notwendige Schritte gemeinsam zu gehen.

Gerhard Zickenheimer, ebenfalls MdB der Grünen hat jede Organisation zu einem persönlichen Gespräch in sein Büro eingeladen, da er viel zu früh gehen musste. Auch nicht schlecht und ein Zeichen, dass Gespräche in dieser Form durchaus möglich sind. Die CDU wurde durch Ingrid Pahlmann vertreten und zeigte Angst um ihre Wählerstimmen. Sie muss mit viel Gegenwind aus der Bevölkerung rechnen und sucht daher nach einem für alle annehmbaren Weg. Was soll man dazu noch sagen!?

Die SPD, bzw. der MdB Klaus Mindrup, erschien nur am Anfang und ganz zum Schluss. Mindrup betonte aber, dass er zum nächsten Termin die nötige Zeit mitbringen werde. Die FDP schickte einen Mitarbeiter von MdB Lukas Köhler. Dieser erklärte, die Vereinbarkeit von Wohlstand und Klimaschutz sei wichtig.

In Summe ist dieses Zusammentreffen als ein erster – wenn auch nicht sehr fruchtbarer – Schritt zu sehen, da zunächst einmal die einzelnen Positionen dargestellt wurden und kein richtiger Austausch stattfand. Ich war auf der einen Seite frustriert, da ich am Ende nicht das Gefühl hatte, dass wir auch nur einen Schritt weitergekommen sind.

Auf der anderen Seite bleibt die Hoffnung, dass durch solche Veranstaltungen einige Hürden genommen wurden, die womöglich nur in unseren Köpfen bestehen und langsam aufweichen, wenn wir weiter am Ball bleiben und nicht aufgeben. Zur Zeit sehe ich jedoch kein Land im Bundestag. Das Tempolimit wurde ja mit großer Mehrheit von Bundestag abgelehnt: Die volle Klatsche ins Gesicht der Klimaschützer. Ja, geht’s noch?
Nicht mal das bekommen sie gebacken. Aber nun, wir müssen gerade mit einer Mehrheit im Bundestag leben, die einfach nicht für die dringend notwendigen Veränderungen bereit ist.

Was ich wichtiges für mich mitgenommen habe: Wir sollten zur Zeit erstmal dezentral handeln, mehr auf kommunaler Ebene agieren. Es hat momentan mehr Sinn, aktiv in Städten, Gemeinden und Bezirken den Klimaschutz voranzutreiben, Klinken putzen bei den lokalen Politikern, sich in den Gemeinderäten und Bezirksverordnetenversammlungen einbringen, sich aktiv auf kommunaler Ebene in die Politik einmischen.

Im Bundestag wird blockiert, da sehe ich zur Zeit keine Möglichkeiten, wirksam etwas zu verändern, bevor die Groko zerbricht oder die nächste Wahl ansteht. Das wäre erst im Herbst 2021, viel verschenkte Zeit.

Marco Bülow hat zu einem zweiten Treffen Ende November geladen. Dann eventuell auch in einem anderen Format, wo ein aktiver Austausch mit den MdBs möglich ist. Ich denke, dieser Fuß in der Tür zum Bundestag ist ein guter Schritt und ich hoffe, er kann noch mehr bewirken, als es zur Zeit scheint.»

Hier findet ihr den Mitschnitt der Veranstaltung. Leider ist die Tonqualität nicht optimal.

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